Marlen Haushofer, Bühnenfassung Clemens Maria Schönborn

Sophie Rois fährt gegen die wand im deutschen theater

Eine Produktion des Deutschen Theaters Berlin

Di., 12. Oktober 2021, Beginn 20 Uhr
Mi., 13. Oktober 2021, Beginn 20 Uhr


Im Deutschen Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 20099 Hamburg


Karten: € 59, € 48, € 37, € 28, € 18 (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis — keine Gruppen) Vorverkauf: Kasse im Deutschen Schauspielhaus (Tel.: 040 / 24 87 13), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online

Di., 12. Oktober 2021
Beginn 20 Uhr

Ticket 

Mi., 13. Oktober 2021
Beginn 20 Uhr

Ticket 

 


Mit: Sophie Rois, Max Knoth (Live-Musik)

Regie und Bühne: Clemens Schönborn, Kostüme: Tabea Braun, Musik: Max Knoth, Licht: Cornelia Gloth, Dramaturgie: Bernd Isele

»Ich kann mir erlauben, die Wahrheit zu schreiben; alle, denen zuliebe ich mein Leben lang gelogen habe, sind tot.« Wie ist das, wenn uns plötzlich und völlig unerklärlich eine unsichtbare Wand von unserer menschlichen Mitwelt trennt? Wenn sich Einsamkeit wie eine zweite Haut um den Körper legt und sich ein Losgelöstsein von allem, was war, einstellt? Wenn Tiere und die — zugegeben — idyllische Natur der Bergwelt alles ist, was außer uns noch lebt? Dann kommt die Wahrheit ans Licht…

Der Schauspielerin Sophie Rois gehört einmal mehr die große Bühne. Diesmal buchstäblich, in einem Solo-Abend, der am Deutschen Theater Berlin entstanden ist (weswegen der Abend heißt, wie er heißt). Der Abend basiert auf Marlen Haushofers Roman »Die Wand« – Sophie Rois spielt die von der Welt getrennte Hauptfigur, ironisch, anmutig, verletzlich und derb gleichermaßen, mit vollem Einsatz. Sie klettert, sie sinniert, sie schießt, sie lebt. Die Textpassagen aus Haushofers Werk konterkariert die Rois mit ihrer ideenreichen Bühnenpräsenz, mit viel Tiefgang und gleichzeitig mit viel Humor. Die Katastrophe kommt, weil wir sie träumen. Und wir träumen sie, weil wir sie fürchten und uns nach ihr sehnen. Wenn die Katastrophe eintritt, hören die peinigenden Phantasien auf. Bühne frei für Sophie Rois.


»Wer, wenn nicht die wunderbar wandelbare, kurios krächzende, schräg singende Sophie Rois könnte uns weismachen, dass die Apokalypse fröhlich und das Alleinsein eine wahre Freude ist.« MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

»Und dann singt sie auch noch, immer mal wieder und mit wunderbarem Wiener Schmäh, ganz zum Schluss zum Beispiel ›Allan wia a stan‹, die österreichische Version von Bob Dylans ›Like a Rolling Stone‹, ein echter ›Hach‹-Moment, an den sich ein einigermaßen verliebter und vor allem sehr üppiger Schlussapplaus anschließt.« BERLINER MORGENPOST

»Und wenn Sophie Rois den Sahnegipfel erklimmt und von oben die Flinte aus der Hüfte knapp am Parkett vorbei abfeuert — ›wieder einer‹ — dann ist das mehr als eine Pose feministischer Ermächtigung. Dann ist die asketische, trostbefreite, aber eben echte und dringliche Wirklichkeit, von der der Roman erzählt, zu einem goldenen Pudding für eine glorreiche und fröhliche Apotheose der Frau gereift.« BERLINER ZEITUNG

»Man kommt wirklich beschwingt und auch herzerwärmt, dem Gedankenspiel nachhängend aus dem Theater.« RBB KULTUR


Die Schauspielerin Sophie Rois verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Regisseur Frank Castorf sowie mit dem Dramatiker und Regisseur René Pollesch. Dessen Stück »Cry Baby« zeigte sie gemeinsam mit dem Ensemble des Deutschen Theaters 2019 im Programm des Hamburger Theater Festivals. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. 2017 mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring. Sophie
Rois begeistert ihr Publikum, darunter unzählige treue Fans, immer wieder mit ihrem ungebremsten Spielwitz.

Das Deutsche Theater veröffentlichte den Abend letztes Jahr anlässlich des 100. Geburtstages der Schriftstellerin Marlen Haushofer. Die legte mit »Die Wand« ihre heute bekannteste Arbeit vor, die 2012 mit Martina Gedeck in der Hauptrolle verfilmt wurde. Haushofer setzte sich in ihrem Werk immer wieder mit der Rolle der Frau in einer Männergesellschaft auseinander.