: MOLIÈRE

TARTUFFE

Eine Koproduktion der Wiener Festwochen mit dem Burgtheater Wien.
Eine Kooperation mit Kampnagel

Di., 5. November + Mi., 6. November 2013
Beginn jeweils um 20 Uhr
Kampnagel, K6, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
Karten: € 67,-, € 52,-, € 39,-, € 28,-, € 16,- (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis)
Vorverkauf: Kasse auf Kampnagel (Tel.: 040 / 27 09 49 49), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online
Di., 5. November 2013, 20 Uhr  
Mi., 6. November 2013, 20 Uhr
Mit Gert Voss, Johanna Wokalek, Joachim Meyerhoff, Edith Clever, Klaus Pohl, Peter Knaack, Adina Vetter, Gertraud Jesserer, Philipp Hauß, Michael König, Peter Miklusz

Regie: Luc Bondy, Bühne: Richard Peduzzi, Kostüme: Eva Dessecker, Licht: Dominique Brugière, Dramturgie: Andrea Vilter

Tartuffe, Molières begabter Verführungs- und Verstellungskünstler macht sich im Haus des vermögenden Orgon vollkommen unentbehrlich, indem er vorgibt, dessen Defizit an Lebenssinn mit Religion zu füllen. Der Hausherr und mancher andere sind ihm sofort verfallen. Mit dem hypnotischen Bann eines Sektenführers dringt Tartuffe ein in alle Geheimnisse der Pariser Bürgerfamilie, deren Oberhaupt ihm in kompletter, lächerlicher Selbstverleugnung folgt, sogar Haus und Vermögen überschreibt.

Womit wirbt ein heutiger Tartuffe, wie macht er die Orgons von heute von sich abhängig? Ziele und Eigenschaften sind sicher gleich geblieben, teilweise auch die Methoden, dem Narzissmus des anderen zu schmeicheln, allerdings mit schickeren Sinnstiftungen als der Religion. Die heutigen Tartuffes sind keine Einzelgänger mehr, die Schmeichelei, der Opportunismus, die Heuchelei sind akzeptierte Schmiermittel eines jeden Karrieristen, wenn auch selten so perfekt geplant und durchgeführt wie in der Komödie aus dem 17. Jahrhundert.

Fast alle Komödien von Molière lösten bei ihrer Uraufführung Skandale aus, weil ihr Autor nicht nur unangenehme Eigenschaften wie hier die religiöse Heuchelei attackierte, sondern konkrete und gesellschaftlich bekannte Personen, Gruppen und Konföderationen porträtierte. Das Publikum wusste, wer da gemeint war.

"Voss hält die Tragödie groß, einsam und unnachahmlich, berstend sozusagen vor Hirnriss-Virtuosität, als gigantisches Verzweiflungssolo aus. Er trägt sie." FAZ

"Bondy [...] macht aus dem „Tartuffe“ nicht Politik, sondern Psychologie: ein Kammerspiel aus Lüge und Wahrheit." Die Welt

"Luc Bondy ist ein Meister der Menschenbeobachtung und, in der Umsetzung auf der Bühne, ein Verfechter der kleinen Geste. Mit dem bis in die kleinsten Nebenrollen ausgesucht exzellenten Ensemble gelingt ihm mit diesem „Tartuffe“ ein Schauspielerfest." Tiroler Tageszeitung
Johanna Wokalek blickt bereits auf eine rasante Schauspielkarriere zurück. Ihre Ausbildung erhielt sie am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Heute gehört sie zum Ensemble des Burgtheaters und spielte dort u.a. die Titelrollen  in „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Emilia Galotti“. In Kino und Fernsehen sah man sie u.a. in „Aimée und Jaguar“,  „Der Baader-Meinhof-Komplex“ und in „Die Päpstin“, hier ebenfalls in der Titelrolle.