: CHRISTOPHER HAMPTON UND ALEXANDER WIEGOLD

PROMETHEUS/EGMONT

nach Motiven von Goethe, Shelley, Lord Byron und Musik von Ludwig van Beethoven
Eine symphonisch-szenische Lesung

 

Eine Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und Musikkonzept Wien

 

Mo., 9. Oktober 2017, Beginn 20 Uhr

Einführung in das Stück mit Regisseur Alexander Wiegold um 19 Uhr

In der Laeiszhalle, Johannes-Brahms-Platz, 20355 Hamburg

Karten: € 68, € 57, € 46, € 33, € 18, € 12 (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis — keine Gruppen)
Vorverkauf: Kasse der Laeiszhalle (Tel.: 040 / 357 666 66), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online


Mo., 9. Oktober 2017, Beginn 20 Uhr

 

Mit: Sebastian Koch (Schauspiel) und Marie Arnet (Gesang)

ORCHESTER WIENER AKADEMIE (auf historischen Instrumenten)


Musikalische Leitung: Martin Haselböck, Regie: Alexander Wiegold, Bühne: Vanessa Eder-Messutat, Kostüm: Birgit Hutter Video: Atzgerei Visual Design

Der Mythos um den Titanen Prometheus und die Historie um den flämischen Grafen Egmont — dieser literarisch-musikalische Abend verknüpft zwei bekannte Geschichten von Rebellion und Freiheitskampf. Prometheus bringt der Menschheit mit dem symbolischen Feuer die Kraft des Gedankens, die Fähigkeit der Reflexion und damit die Befreiung aus der Willkür der Götter. Egmont setzt dieses Motiv fort, indem er für die Freiheit der unterdrückten Niederländer mit seinem Leben einsteht und damit eine Autokratie zu Fall bringt. Beide Figuren atmen den Geist der Aufklärung, beide opfern sich für die Befreiung der Menschheit aus ihrer Unmündigkeit.
Heute, über 200 Jahre später, scheinen wir uns in eben diese Unmündigkeit zurückzubewegen: Freiheitliche Werte und Menschenrechte gelten als Tugendterror, und Autokraten übernehmen die Führung der Welt. Ein guter Zeitpunkt also, sich mit Beethoven und Goethe auf den Freiheitskampf als menschliche Grundkonstante zu besinnen und zu reflektieren, wo wir heute stehen.

Es ist kein Zufall, dass Beethoven und Goethe sich gleichermaßen für diese Stoffe interessierten, waren doch beide begeisterte Anhänger der freiheitlichen Ideen, die der Französischen Revolution nachfolgten.
Für die Edition der Texte zeichnet Christopher Hampton verantwortlich. Den britischen Dramatiker, Übersetzer, Drehbuchautor und Regisseur kennen Sie zum Beispiel durch seine Romanbearbeitungen von »Gefährliche Liebschaften« und »Abbitte«, die beide enorm erfolgreich verfilmt wurden und mehrfach preisgekrönt sind. Hamptons Collage aus Textstücken erzählt im Zusammenspiel mit Beethovens Musik die facettenreiche Geschichte vom Feuerraub und der Menschwerdung.

 

Musik im Klang ihrer Zeit: Mit seinem Originalklangorchester Wiener Akademie ist Martin Haselböck seit mehr als 30 Jahren weltweit tätig, mit der Reihe RESOUND BEETHOVEN konnte er in den vergangenen Jahren wichtige musikalische Akzente setzen. 

 

Das Wiener Filmkollektiv Atzgerei hat sich assoziativ insbesondere zu den Musikstücken mit den zentralen Motiven aus Mythos und Geschichte auseinandergesetzt und den Texten eine adäquate Kulisse gegeben. Auf einem zentralen, mit Leinwänden bespannten Würfel entfacht das Kollektivdurch Videoprojektionen einen Bildersturm, der Musik und Text kongenial ergänzt.

»Die Binnenspannung, die Koch erzeugt, birgt die Wucht einer Wiederentdeckung. Seine Rezitation [...] ist die reine Liebeserklärung an das gesprochene Wort.« NRZ.DE

Sebastian Koch ist ein deutscher Schauspieler von Weltruf. Er spielte u. a. im Oscar prämierten Film »Das Leben der anderen«. Für seine Darstellung des Klaus Mann in »Die Manns — ein Jahrhundertroman« erhielt Koch u. a. den Grimme Preis, sein Albert Speer in »Speer und er« wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. International spielte Koch u.a. unter der Regie von Stephen Spielberg und Ridley Scott. In der amerikanischen Serie »Homeland« übernahm er die Rolle des Otto Düring. Beim diesjährigen Festival erleben sie Koch auch in der Reihe ZÜNDSTOFFE.

 

Der Organist, Dirigent und Komponist Martin Haselböck wird nicht nur als Künstler weltweit geschätzt. Als Pädagoge arbeitete er in den USA, in Wien und in Lübeck, als Organisator zeichnete er für mehrere Festivals mitverantwortlich und als Juror wirkte er bei großen Orgelwettbewerben u. a. in Haarlem, Chartres, Dallas, Calgary, Pretoria und Paris.