: VON ARTHUR SCHNITZLER

PROFESSOR BERNHARDI

Eine Produktion der Schaubühne Berlin


Eröffnung des Festivals durch Dr. Carsten Brosda, Kultursenator der Hansestadt Hamburg

Mo., 11. September 2017, Beginn 20 Uhr

Di., 12. September 2017, Beginn 19 Uhr

Einführung in das Stück mit Dramaturg Florian Borchmeyer am 11. September, 19 Uhr

 

Im Thalia Theater, Alstertor, 20095 Hamburg

Karten: € 68, € 57, € 46, € 33, € 18, € 12 (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis — keine Gruppen) Vorverkauf: Kasse im Thalia Theater (Tel.: 040 / 32 81 44 44), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online

Mo., 11. September 2017, Beginn 20 Uhr

Di., 12. September 2017, Beginn 19 Uhr

Mit: Jörg Hartmann, Sebastian Schwarz, Thomas Bading, Robert Beyer, Konrad Singer, Johannes Flaschberger, Lukas Turtur, David Ruland, Eva Meckbach, Damir Avdic, Veronika Bachfischer, Moritz Gottwald, Hans-Jochen Wagner, Christoph Gawenda, Laurenz Laufenberg

Idee & Regie: Thomas Ostermeier, Bühne: Jan Pappelbaum, Kostüme: Malte Lübben, Musik: Malte Beckenbach, Ko-Komposition: Simon James Phillips, Bildregie: Matthias Schellenberg, Kamera: Moritz von Dungern, Joseph Campbell, Florian Baumgarten, Videodesign: Jake Witlen, Dramaturgie: Florian, Borchmeyer, Licht: Erich Schneider, Wandzeichnungen: Katharina Ziemke

Internist Bernhardi, Direktor einer renommierten Privatklinik, verweigert einem Pfarrer die Möglichkeit, einer Todkranken die Sterbesakramente zu spenden. Die Frau deliriert, sie sei völlig geheilt. Bernhardi hält es für seine ärztlich-humanistische Pflicht, ihr ihre letzte glückliche Illusion zu lassen.

Für den jüdischstämmigen Bernhardi weitet sich dieser Zwischenfall rasch zu einem politischen Skandal aus, der seine Existenz und die der Klinik zu ruinieren droht. Ihm wird ein gezielter Übergriff auf religiöse Gefühle von Christen unterstellt. Bald bricht ein latent grassierender Antisemitismus überall offen zutage.

Thomas Ostermeier holt Schnitzlers Komödie — als die dieser sein Stück doppelbödig bezeichnete — in die Gegenwart und geht der Frage nach, wie ein einzelner Vorfall von einer Gruppe systematisch für die eigenen Machtbestrebungen instrumentalisiert werden kann. Scheinbar unbestreitbare Fakten werden so weit verbogen, bis das »objektiv Richtige« seine Kontur verliert. Die Arbeitswelt des Krankenhauses wird zum Kampfplatz einer von Karrierismus, Konkurrenz und Ressentiment dominierten Gesellschaft.

»Jörg Hartmann brilliert in der Hauptrolle, umgeben von exzellenten Mitspielern. […] Er agiert hochkonzentriert, in sich ruhend, arbeitet mit kleinsten Mitteln, scharfkantig.« Deutschlandfunk Kultur

 

»Die Auftritte und Sentenzen sitzen, die Schauspieler […] sind bis in die kleinste Rolle sicher, und der raffiniert konstruierte Aufbau des Verhängnisses scheint sich aus dem Augenblick zu entwickeln…« Berliner Zeitung

 

»Dieser stark aufs Wort konzentrierte […] Abend hat ein Anliegen. Es geht um was, und wir sollen genau hinhören und aufpassen.« Süddeutsche Zeitung

 

»Ansonsten aber sind sich der Titelheld und der Regisseur der Schaubühnen-Aufführung absolut einig — in ihrem unbedingten, optimistischen Glauben an die Kraft der Vernunft, des besseren Arguments, des präzisen Denkens. Dafür gibt es am Ende jubelnden Beifall.« Spiegel online

 

»Prof. Bernhardi, brillant gespielt von Jörg Hartmann, den manche auch als ›Tatort‹-Kommissar in der ARD kennen, wird von einer erstklassigen Schauspielgarde umringt, deren Spiel absolut glaubwürdig und wirklichkeitsnah erscheint.« Kultur24-berlin.de

Erstmals zu Gast beim Hamburger T heater Festival ist der S chauspieler Jörg Hartmann. Viele kennen Hartmann als Peter Faber, den kantigen, eigenbrötlerischen Kommissar des Dortmunder Tatorts. Besonders beeindruckend war Hartmann als Stasi-Funktionär Falk Kupfer in der überaus erfolgreichen ARD-Serie »Weissensee«. Bis 2009 gehörte Hartmann fest zum Ensemble der Berliner Schaubühne, als Professor Bernhardi kehrte er hierher zurück. Hartmanns Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt erhielt er 2016 die Goldene Kamera und den Grimme-Preis.

Der Regisseur Thomas Ostermeier ist seit 1999 Künstlerischer Leiter der Schaubühne Berlin, die erstmals Gast des Hamburger Theater Festivals ist. Ostermeiers Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet; er erhielt u.a. 2003 den Wiener Theaterpreis Nestroy. Mit seinen Inszenierungen wird Ostermeier weltweit zu Festivals eingeladen.