: HEINRICH VON KLEIST

PENTHESILEA

Eine Produktion des Schauspiels Frankfurt
Eine Kooperation mit Kampnagel

Sa., 22. Oktober 2016, Beginn 20 Uhr

So., 23. Oktober 2016, Beginn 20 Uhr

Einführung in das Stück von Sibylle Baschung am 22. Oktober um 19 Uhr

 

Auf Kampnagel, K6, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg

Karten: € 60, € 48, € 39, € 28, € 16 (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis – keine Gruppen) Vorverkauf: Kasse auf Kampnagel (Tel.: 040/27 09 49 49), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online

Sa., 22. Oktober 2016, Beginn 20 Uhr

So., 23. Oktober 2016, Beginn 20 Uhr

Mit: Constanze Becker, Felix Rech, Josefin Platt

Regie: Michael Thalheimer, Bühne: Olaf Altmann, Kostüme: Nehle Balkhausen, Musik: Bernd Wrede, Dramaturgie: Sibylle Baschung

»Wir vernichten, was wir lieben«, so brachte die Schriftstellerin Christa Wolf das Thema von Kleists »Penthesilea« auf den Punkt. Es ist eine kriegerische Welt, in der die Amazonenkönigin und der griechische Heerführer Achill wie zwei Gestirne aufeinanderprallen und an ihrer fatal entgrenzten Liebe zueinander schier verglühen. Auf dem Schlachtfeld müssen Amazonen ihre Männer besiegen, so will es das Gesetz. Penthesilea gerät in den Konflikt zwischen bedingungsloser Gesetzestreue und dem ureigenen Gefühl – ein tödlicher Zwiespalt…
Kriegsheld Achill hat noch nie ein Gefecht verloren. Er fordert Penthesilea zum Zweikampf, in dem er sich ihr unbewaffnet unterwerfen will. Dieses Liebesgeständnis verkennend, tötet ihn die Amazone blind vor Leidenschaft in mörderischer Ekstase.

Michael Thalheimer inszeniert Kleists sprachliches Meisterwerk in einer auf drei Personen konzentrierten Fassung. Kleists radikaler Ansatz schreckte seine Zeitgenossen, die sich im wohltemperierten Klassizismus ihrer Epoche zuhause sahen, regelrecht ab. »Penthesilea« wurde erst 65 Jahre nach seinem Tod uraufgeführt.

»Der Eiserne Vorhang im Großen Haus des Frankfurter Schauspiels hebt sich maßvoll knirschend für einen Theaterabend, der für Kleists Tragödie der Maßlosigkeiten eine strenge, ganz auf die Wucht der Worte vertrauende und deshalb faszinierende Form entfalten wird. Gebannte Stille im Publikum. Es ist, als würden siebenhundert Premierenbesucher hundert Minuten lang den Atem anhalten. [...] Constanze Becker und Felix Rech gelingen überwältigende Schlussmomente eines großen  Theaterabends.« FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

 

»Dieser Abend ist Texttheater und Schauspielertheater pur. Er ist eine konzentrierte Wohltat.« NACHTKRITIK

 

»Höhe, Wucht und Einfachheit: In der Sprechweise von Constanze Becker liegt das Wunder von Michael Thalheimers Inszenierung. [...] Die überwältigende Constanze Becker setzt ihre Worte mehr in den Raum, als dass sie sie prosodisch formen würde. Worte bekommen bei ihr Materialität. Sie kann sie einfärben, scharf, imaginativ, entsetzt, zart, hochmütig, überlegen, lässig bis zur nachlässigkeit. [...] Michael Thalheimer und Constanze Becker erreichen eine Höhe, Wucht und Einfachheit, die im Theater selten ist.« NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

 

»Einmal mehr erweist sich Thalheimer als begnadeter Tragödien-Flüsterer.« TAZ

Der Regisseur Michael Thalheimer folgt mit seinen Arbeiten konsequent dem Weg einer sinnreichen Reduktion. Wie kein Zweiter schafft er es, Stücke von allem Ballast zu befreien, den Kern, das Wesen des Dramas bloßzulegen. So gelingt ein unmittelbarer Zugang zum Stück, dessen emotionale Kraft das Publikum in Bann schlägt. Im Rahmen des Festivals konnten Sie bereits einige seiner Arbeiten sehen, u.a. »Kleiner Mann, was nun?« und seine überwältigende Interpretation
der »Medea«, ebenfalls mit Constanze Becker in der Titelrolle.

Eine weibliche Urgewalt verkörpert die Schauspielerin Constanze Becker auf der Bühne. Unvergleichlich, wie sie in die Haut tragischer Heldinnen von antiker Größe schlüpft. Als Medea begeisterte sie 2012 das Festivalpublikum. Sie ist vielfach
ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring und dem »Faust«.